Geruchsrecherche Mensch und Hund als Team

Was ist Geruchsrecherche?

Geruch kann uns mehr erzählen, als wir sehen können.

Jeder Mensch hinterlässt individuelle Geruchsinformationen. Sie können sich an Gegenständen, Orten und in der Umgebung verteilen und unter bestimmten Bedingungen noch lange nach dem eigentlichen Aufenthalt vorhanden sein. Hunde besitzen die außergewöhnliche Fähigkeit, solche Geruchsinformationen wahrzunehmen und voneinander zu unterscheiden.

Geruchsrecherche setzt genau dort an.

Dabei geht es für uns nicht einfach darum, einen Hund irgendwo „suchen zu lassen“. Es geht darum, gemeinsam eine geruchsbezogene Fragestellung zu untersuchen, die vorhandenen Informationen zu erfassen und daraus möglichst nachvollziehbare Erkenntnisse zu gewinnen.

Mehr als nur eine Suche

Geruchsrecherche ist für uns ein ganzheitlicher Ansatz zur Arbeit mit individuellem Geruch.

Die Fragestellung steht am Anfang. Erst danach überlegen wir, welche Informationen benötigt werden, welche Möglichkeiten das Gelände bietet und wie unser Suchpartner dabei sinnvoll eingesetzt werden kann.

Dabei können ganz unterschiedliche Fragen entstehen:

- Wo hat sich eine Person aufgehalten?

- Hat eine bestimmte Person diesen Ort tatsächlich betreten?

- Kann ein individueller Geruch an einem bestimmten Gegenstand festgestellt werden?

- Wo befinden sich menschliche Überreste oder Knochen?

- Welche Hinweise kann ein Geruch über einen vergangenen Vorgang liefern?

 

Nicht jede Fragestellung lässt sich auf die gleiche Weise bearbeiten.

Deshalb reagieren wir mit unserer Vorgehensweise immer passend zur jeweiligen Situation.

Der Hund ist nicht das Werkzeug – er ist unser Partner

Unsere Arbeit beginnt mit einer besonderen Beziehung.

Unser Buddy, unser Suchpartner, unser tierisches Familienmitglied verfügt über Fähigkeiten, die der Mensch nicht ersetzen kann.

Er kann Geruchsinformationen wahrnehmen, die für unsere menschlichen Sinne unsichtbar bleiben.

Doch seine Fähigkeiten allein reichen nicht aus.

Der Mensch muss lernen, seinen Partner zu lesen.

Verhaltensänderungen, Bewegungen, Körpersprache, Suchverhalten und kleinste Reaktionen können wichtige Informationen enthalten.

Diese müssen beobachtet, eingeordnet und im Zusammenhang mit der jeweiligen Situation betrachtet werden.

Deshalb lautet unser Grundgedanke:

- Der Hund liefert die Wahrnehmung.

- Der Mensch liefert die Interpretation.

Erst gemeinsam entsteht eine belastbare Arbeitsgrundlage.

Wir verstehen Geruchsrecherche als Zusammenarbeit.

Unser Suchpartner bringt seine außergewöhnliche Nase und seine individuelle Wahrnehmungsfähigkeit ein.

Der Mensch verfügt über Erfahrung, Beobachtungsgabe, Wissen und taktisches Denken.

Dabei betrachten wir beide Seiten als gleichwertige Bestandteile des Prozesses.

Das bedeutet auch:

Wir folgen unserem Buddy nicht einfach blind.

Wir hinterfragen seine Reaktionen.

Wir beobachten Veränderungen.

Wir berücksichtigen die Umgebung.

Und wir entwickeln unsere Vorgehensweise weiter, wenn neue Informationen hinzukommen.

Geruch bewegt sich…

Ein häufiger Irrtum besteht darin, sich Geruch wie eine sichtbare Spur vorzustellen (Perlenkette).

In Wirklichkeit kann sich individuelle Geruchsinformation abhängig von zahlreichen Faktoren verändern und verteilen.

Wind, Temperatur, Luftbewegungen, Gelände, Gebäude, Vegetation, Untergrund, Feuchtigkeit und andere Umwelteinflüsse können eine Rolle spielen.

Ein Geruch kann sich bewegen, sammeln, verdriften oder an unterschiedlichen Stellen vorhanden sein.

Deshalb betrachten wir nicht nur den Ort, an dem sich unser Suchpartner gerade befindet.

Wir betrachten das gesamte Umfeld.

Genau hier kommt die menschliche Recherche ins Spiel und diese beginnt nicht erst nach der Suche.

Für uns bedeutet das nicht am Ende eines Vorgangs „nur“ einen Bericht zu schreiben.

Informationen können bereits während des Geschehens entscheidend sein.

Deshalb nutzen wir bei entsprechenden Live-Übertragungen ein parallel arbeitendes „Backoffice“.

Während unsere Teams vor Ort arbeiten wird live übertragen.

Im Backoffice werden gleichzeitig Informationen gesammelt, Beobachtungen dokumentiert und mögliche Zusammenhänge untersucht.

Dazu können beispielsweise gehören:

- räumliche Gegebenheiten,

- Wetter- und Windverhältnisse,

- Bewegungen der Teams (Live-Tracking),

- Reaktionen unseres Suchpartners,

- bereits bekannte Informationen,

- neue Erkenntnisse während der Geruchsrecherche,

- mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Beobachtungen.

Die Ergebnisse können anschließend unmittelbar in die weitere Planung einbezogen werden.

Damit wird aus einer einzelnen Suche ein fortlaufender Informationsprozess.

Drei Perspektiven –                   ein Gesamtbild!

 🐾 Der Suchpartner

nimmt individuelle Geruchsinformationen wahr und reagiert auf Veränderungen.

👤 Der Hundeführer

beobachtet seinen Buddy, interpretiert dessen Verhalten und entwickelt gemeinsam mit ihm die weitere Vorgehensweise.

🔎 Das Backoffice

recherchiert, dokumentiert, verknüpft Informationen und unterstützt die taktische Planung.

Alle zusammen bilden EIN TEAM.

Was kann Geruchsrecherche leisten?

Das Einsatzspektrum ist entsprechend vielfältig.

Je nach Aufgabenstellung kann Geruchsrecherche beispielsweise eingesetzt werden für:

  • Personensuche
  • die Wahrnehmung und Verfolgung individueller menschlicher Geruchsinformationen
  • Ortsbezogene Fragestellungen
  • die Untersuchung, ob eine bestimmte Person an einem bestimmten Ort gewesen sein könnte
  • Eingrenzung des Suchgebiets
  • das Auffinden menschlicher Überreste unter geeigneten Rahmenbedingungen

Individuelle Geruchszuordnung

Die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen einer Person, einem Gegenstand und einem bestimmten Ort.

Dabei gilt immer: Die konkrete Fragestellung bestimmt die Vorgehensweise.

Geruchsrecherche bedeutet nicht „Hund los – und schauen, was passiert.“

Wir verlassen uns nicht ausschließlich auf eine einzelne Reaktion.

Ebenso wenig möchten wir den Menschen vorgaukeln, dass ein Hund jede Frage eindeutig beantworten kann.

Hunde sind außergewöhnliche Geruchsspezialisten.

Aber auch sie arbeiten innerhalb ihrer biologischen Möglichkeiten.

Deshalb gehören für uns Beobachtung, kritisches Hinterfragen, Dokumentation und Recherche genauso dazu wie die eigentliche Arbeit des Hundes.

Unser Ziel ist nicht, eine gewünschte Antwort zu finden.

Unser Ziel ist es, vorhandene Informationen möglichst sorgfältig zu erfassen und richtig einzuordnen.

Geruchsrecherche bedeutet für uns:

wahrnehmen statt vermuten

beobachten statt vorschnell bewerten

hinterfragen statt einfach übernehmen

recherchieren statt nur reagieren

Mensch und Hund statt Mensch oder Hund

Und vor allem:

Vertrauen in die Fähigkeiten unseres Partners – verbunden mit der Verantwortung des Menschen, diese Fähigkeiten richtig zu verstehen.

Geruchsrecherche beginnt mit einer Frage.

Nicht mit einem Suchauftrag.

Nicht mit einer vorgefertigten Antwort.

Sondern mit der Bereitschaft, genau hinzusehen, zuzuhören und gemeinsam mit unserem Partner herauszufinden, welche Informationen tatsächlich vorhanden sind.

Doch all das funktioniert nur mit Gleichgesinnten:

https://www.finderwille-der-verein.de

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